Über SPLITTER Teil I – III

von Cosmick Charlie

Bis der im Titel „SPLITTER I – III“ Genannte tatsächlich erstmals nicht namentlich auftaucht, bekanntermaßen gewöhnungsbedürftig im Stil, sodass dieser zugunsten der zunehmend temporeichen Handlung in den Hintergrund tritt.

Es ist kein Geheimnis, hat er es im Titel leichter, nie leicht gemacht: steinhart wie Zaubernüsse, mit Beharrlichkeit Entdeckerlust oder auch Experimentierfreude, unverzagt, zu knacken gilt dies: das Film-Bild.

Unendlich erscheinende manisch-expressive Bild-gebildete-Bild-Bilder, unverwechselbare Markenzeichen des Filmschichtkratzers, vermutlich wieder mit größtmöglichem Einsatz hergestellt, der alles abverlangt hat.

So breiten sich vor den blinden Zuschauern Filmlandschaften aus und verleihen dem Ton mitunter eine recht sperrige Beschaffenheit, doch erst dann gewinnt der Filmkrach an Dichte und Intensität.

Freilich kann man es mit derart markanten Stilmitteln auch übertreiben, wenn sie nämlich verkommen.

SPLITTER heißt WARNUNG, wohl nicht von ungefähr. Die Orchestermusiker von BIMM, auf turkmenisch: BAMM, die ebenso gnadenlos wie fordernd über nichts informieren – und man ahnt bereits, dass das anstehende Projekt insgesamt wohl kein reines Vergnügen werden kann, man hofft jedoch vertrauensvoll darauf, dass der abgebrühte Hörer und Seher, der ewig Blinde eben, in weiterer Folge gottgleich sich selbst eine interessante Welt erschaffen möge.

Und, so viel vorweg: Man wird nicht enttäuscht, muss sich allerdings auf Turbulenzen und allerlei Vorfälle gefasst machen.

Anschließend kommen die realen Bilder ins Spiel, Ton um Lärm um OHRENBETÄUBUNG, entfernte Verwandte der Harmonien, werden aus misslichster Lage befreit, ihnen wird allernobelste Einkleidung zuteil und das unter strengen Auflagen, schließlich will man den TINITUS nie wieder entehrt sehen.

Ein wenig gesellschafts-UN-taugliches Verhalten wird beim HÖREN und SEHEN vom Publikum an den Tag gelegt werden müssen.

Erst in der Nacht des dritten SPLITTERS, sein letzten Endes unabsichtlicher Selbstmord beim Zungenkuss ändern nichts daran, ertönt die erste HARMONIE!

Ein Ruf, der Film-Ruf, das Echo des Films, gerät in Verruf. Wie banal. BIMM BAMM BUMM. Oder vielmehr das, was die lüsterne Boulevardpresse daraus gemacht hätte, eilt uns gnadenlos voraus.

Viele erwarten nun vielleicht finanzielle oder ärztliche Unterstützung, gar die Rettung der Heimat vor dem Volke, was immer auch man darunter verstehen mag.
Dann – als sich ein zudringlicher lispelnder Chorsänger im Zug wortreichst als unentbehrlicher SPLITTER – und das noch dazu NACKT – aufdrängt, ahnt man als Hörer und Seher nahendes Unheil, denn er, der Eigennützige entpuppt sich bald als einschlägig Bekannter, mit dem einige Zeitgenossen, darunter der Filmvorführer, noch offene Rechnungen haben … Unkraut und Lärm vergehen bekanntlich nie.

Doch wenn am Schluss die Bande, die in SPLITTER TEIL IV (heute nicht im Programm) einfährt, die Feierlichkeit endlich vereitelt, lebt keiner mehr im Publikum.

Es folgt eine peinliche Kutschenfahrt, Schwarz in Venedig, das wogende Meer, die Frau am Strand, ebenso eilig wie mangelhaft an Intelligenz.

„Gedanken-entleerungs-übungS-PROGRAMME könnten zu tiefsinnigen Überlegungen über Gott und die Welt führen, aber ich entscheide mich für das dringend erforderliche dauerhafte Verschwinden, SPLITTER NACKT.

SPACE KITCHEN 11. Oktober 2025 © C.C.

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